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Träume
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Träume
in denen Verstorbene "auftreten"
1980
Es
war Nacht und ich erwartete Besuch, vermutlich einen alten Mann. Anstatt
es an der Haustür klingelte, klopfte es plötzlich am Fenster meines
Schlafzimmers. Ich stellte mich links vor das Fenster und schob die
Gardine beiseite. Draußen, dicht am Fensterbrett, stand eine dunkle
Gestalt, die einen wesentlich jüngeren Eindruck machte als der Mann,
den ich erwartete (welcher ?). Ich versuchte durch Zeichensprache
ihm klarzumachen – mir versagte aus irgendeinem Grunde die Stimme –
dass er um das Haus herum zur Haustür gehen solle. Schließlich wollte
ich das Fenster öffnen, damit er mich bzw. mein fast tonloses Flüstern
hören konnte. Erschrocken fiel mir auf einmal ein: „Wie komme ich
eigentlich dazu, einen wildfremden Mann mitten in der Nacht das Fenster
zu öffnen oder gar ins Haus zu lassen?“
Ganz
kurz sah ich das Gesicht des Mannes im Schatten der breiten Hutkrempe.
Wieder erschrak ich, es war Vati, nur wesentlich jünger als zuletzt (obwohl
er noch jung, mit 43 Jahren, starb), aber nicht so jünger,
wie ich ihn von Fotografien her kenne, sondern anders, einwandfrei er
selbst, fast noch intensiver er selbst als es Fotografien auszudrücken
können. Meine Furcht blieb aber trotzdem, vielleicht wegen der ungewöhnlichen
Situation?
1982
Einige
Leute holten uns ab. Margot und ich sollten irgendwo hinkommen und dort
wohl auch übernachten. Ich wartete auf Margot, wie in der Realität
auch meistens, da sie immer noch irgendetwas zu erledigen oder in ihrer
Handtasche zu kramen hat. Schließlich, wir standen schon alle unten bei
den Autos (die Gegend und das Haus waren mir unbekannt), kam Margot
dann. Sie trug über sich zwei unten an den Enden zusammengefasste
Schaumgummimatratzen mit in dunkel gehaltenen Spannlaken darüber. Ich
sagte zu ihr, dass dies doch wohl unnötig wäre, sicher gibt es für
uns eine Schlafgelegenheit auch ohne unsere Matratzen. „Man weiß
nie!“ erwiderte Margot darauf und ich fand mich damit ab.
Anschließend
rannte ich, wahrscheinlich in einem Mietshaus, eine Treppe hinauf,
mehrere Etagen, wie mir schien. In einer Tür, an der sich gerade
vorbeirannte, erschien eine Person (?) die mich hereinrief. Ich kehrte
also um und sprang ein paar Stufen zurück bis zu dieser Wohnungstür.
Dann stand ich in einem Raum ähnlich einer Großküche, wo einige
Frauen dabei waren, eine schmale, lange Tafel in Hufeisenform
aufgestellt, zu decken. Ich fühlte mich in der Betriebsamkeit etwas überflüssig
und beobachtete die Frauen und Männer die hier tätig waren oder schon
am Tisch saßen. Ich suchte meinen Vater, denn ich wusste, er wollte
auch kommen. Schließlich hatte ich ihn fast 23 Jahre lang nicht
gesehen. Ich bemerkte auch meine Mutter und meine Schwester, sie
schienen aber nicht so aufgeregt zu sein, weil sie inzwischen bereits
Kontakt mit Vati hatten (?). Ich schien es in dieser Situation ganz
normal zu finden, dass Mutti nicht mit ihm zusammenwohnte, sondern nur
ab und zu mit ihm zusammentraf. Meine Gedanken kreisten darum, wie Vati
wohl meine jetzige Entwicklung, mein jetziges Leben beurteilen würde
und ob wir jetzt auch so gut miteinander auskommen würden und vor
allem, wo und wie er lebt und ob unser Kontakt jetzt für immer bestehen
bleiben würde. Zwischendurch sah ich aus dem Fenster in einen weiträumigen,
teilweise sonnenbeschienenen Hof hinaus. Es schien ein Mietblock älterer
Bauart zu sein, von dem man eine Längsfront, das Vorderhaus, abgerissen
hatte. Der Hof war eine unregelmäßige Wiese bis hin zur vermutlichen
Straße. Es spielten einige Kinder dort, größere und kleinere. Während
ich einem Mädchen, ca. 9 – 11 Jahre, beim Hopsen zuschaute und bei
der gleichzeitigen Unterhaltung mit einem anderen Kind, einem Jungen
(?), gingen mir die Gedanken durch den Kopf, dass die Kinder in den Tag
hineinleben dürfen, ihre Zeit mit dem verbringen können, was ihnen spaß
macht. Unwillkürlich verglich ich es mit unserer Situation. Wir würden
gerne unsere Zeit mit anderen Dingen ausfüllen, als sie im Dienst zu
vertun. Jemand verwies mich nach hinten in den Raum, wo die Durchreiche
zum Nebenraum war, und sagte, dass dort ein Päckchen für mich von
meinem Vater liegt. Er selber lässt sich entschuldigen, er müsse noch
etwas einkaufen gehen. Ich wunderte mich etwas über das
„Einkaufen“, freute mich aber sehr darüber, dass er an mich gedacht
hatte nach so langer Zeit und mir offensichtlich eine Freude machen
wollte. Allerdings war ich etwas traurig darüber, nun noch mit dem
Wiedersehen etwas warten zu müssen. Hastig begann ich das Päckchen
aufzumachen. Darin befanden sich nebeneinander zwei weitere schachteln
und darunter noch ein flaches Päckchen. Auf der einen Schachtel waren
die Konturen eines Fotoapparates aufgedruckt. Ich griff zur zweiten
Schachtel und holte hier eine rechteckige, buchförmige schwarze
Schachtel heraus. Nach dem Öffnen fand ich innen eine Art zweiten Boden
zum hochklappen, um den herum man offensichtlich einen Film spannen
konnte, wie ich an den Zacken für eine Filmperforierung und deren Abstände
sehen konnte – mehrere Reihen hintereinander. Unten im Kastenboden
ebenfalls einige fotomechanische Einbauten, lugten durch drei
unterbrochenen schmalen Streifen drei Farben, Rot, Blau, Gelb, hervor.
„Aha“, dachte ich, „also für Farbfilme gedacht!“ Ich war und
bin mir aber nicht darüber klar, was diese Apparatur darstellen sollte.
Ich nahm mir vor, gleich die Beschreibung herauszusuchen und
durchzulesen. Zuerst aber zog ich noch das längliche, rahmenähnlichen
Päckchen hervor. Ich verwurstelte mich etwas mit der vielen Pappe und
den Kartons und begann alles systematisch auseinander zu nehmen, um den
Inhalt vom Abfall zu trennen.
1985
Es
muss Abend gewesen sein, die Stehlampe brannte, die Lampe an der
Eingangstür vom Wohnzimmer zum Flur war aus. Ich stand im Raum am
Tischende der Fensterseite, Margot saß auf ihrem Platz auf der Couch.
Plötzlich ging langsam die Tür auf. Ich spürte, dass ein Mensch
hereinkommen würde; Margot saß ja mit dem Rücken zur Tür und
bemerkte nichts. Ich kann nicht meine Gefühle beschreiben, die ich
hatte, als langsam, wie früher, Martha ins Zimmer kam. Ich wusste nur,
dass ich mich zusammenreißen musste, zielte doch unsere ganze Forschung
darauf hin, eines Tages nicht nur mit den Toten zu sprechen, sondern sie
auch dabei zu sehen. Ich „verbiss“ mir geradezu die in mir
aufkommende Panik. Martha trug ihre altrosa Strickjacke und einen blauen
oder braunen Rock dazu. Sie kam hinter der Couch von Margot entlang auf
mich zu. Ich trat um den Tisch herum und setzte mich auf die Margot
gegenüber stehende Couch. Verzweifelt und mit fast versagender Stimme
versuchte ich Margot klar zu machen, dass Martha sich im Zimmer befand,
denn sie schien diese auch jetzt, nachdem Martha sich neben mich auf die
Couch setzte, noch nicht zu sehen. Es beruhigte mich ja etwas, dass
Margot mit im Raum war, auch wenn sie nichts sah und hörte. Dann schien
sie aber mitzubekommen, dass sich bei mir etwas abspielte und hörte natürlich
meine Worte zu Martha, dass Margot doch dort drüben sitzen würde. Dann
legte Martha ihren Arm um mich und ich konnte ihr näher ins Gesicht
sehen. Jetzt plötzlich war es nicht mehr Martha, in ihren Gesichtszügen
konnte ich keinerlei Ähnlichkeit mehr entdecken und auch schien diese
Frau jetzt etwas jünger. Ob sie jetzt noch Marthas Kleidung trug, habe
ich nicht beachtet. Das Gesicht war fein geschnitten, einige kleine
Falten im bräunlichen Gesicht, dünne, wohl nach hinten frisierte
braune Haare. Sie hatte ganz entfernte Ähnlichkeit in ihren Zügen mit
meiner Großmutter mütterlicherseits, sie war es aber nicht. Ich war
sehr verwirrt, glaubte ich doch wirklich, das Martha ins Zimmer gekommen
war. Kleidung, Haltung, Haare, alles Martha - und nun stimmte das nicht
mehr. Die Frau umarmte mich wieder und sagte dabei mehrere Male so etwas
wie: „Du bist doch mein Ein und Alles, das Einzige, was mir geblieben
ist!“ Meine Verwirrung wuchs und mir fiel immer nur wieder ein,
stotternd auf Margot zu weisen, obwohl es nun nicht mehr Martha war.
Während dieser
ganzen Szene hatte ich wieder leicht dieses „Energiegefühl“, das
oft bei PSI-Erlebnissen und Träumen mit paranormalen Inhalten auftritt.
1990
Eine
Bekannte, Margot und ich saßen in einem dämmrigen Lokal auf dem
Flughafen. Irgendwelche Leute fragten uns über unsere Absichten aus.
Ich wusste, dass es nicht ratsam sei, alles genau zu sagen, aber unsere
Bekannte erzählte, dass wir die Absicht hätten, nach „.......“ zu
fliegen (der Ort lag meiner Erinnerung nach in Indien). Plötzlich
begann in der Halle eine Schießerei. Ich lief hinaus und verfolgte
alles mit den Augen. Aufgeregt liefen Männer hin und her. Aus einer Tür
kam nun Vati heraus und lief auf mich zu. Seine makellose grünlich-gelbe
Kleidung identifizierte ich als Technikerkleidung (!). Als er bei mir
angelangt war, stand er auf einmal als Fernsehapparat (sein Kopf war auf
dem Bildschirm zu sehen) zu meinen Füßen. In diesem Augenblick wurde
ganz in der Nähe ein Mann mit einer Pistole mit Schalldämpfer durch
mehrere Schüsse niedergeschossen. Ich hielt es für besser zu
verschwinden. Ich fragte Vati im Geiste, ob ich ihn aufnehmen könne. Er
bejahte dies. Als ich den tragbaren Fernsehapparat hochnahm war ich überrascht,
dass er gar nicht so schwer war, wie vermutet. Vor mir führte
eine Treppe abwärts. Ich lief mit dem Apparat hinab und landete in den
WC-Räumen. Sofort schloss ich mich mit Vati in einer Toilettenzelle
ein, wobei ich genau wusste, und dies teilte ich Vati auch mit, dass das
ja eigentlich nicht das beste Versteck sei, wenn man verfolgt wird. Ich
hatte den Fernseher unten auf dem Fußboden abgestellt und konnte
deshalb auch den Bildschirm im Stehen nicht sehen. Aber von oben sah ich
in den Apparat hinein, wo es glühte und leuchtete wie in einem
eingeschalteten Röhrenradio. Wie üblich auf öffentlichen Toiletten,
war die Tür von unten her ca. 20 cm hoch offen. Davor sah ich Kinderfüße
stehen in meinen grünen Badesandalen. (In diesem Augenblick war ich
wieder ganz wach).
1999
Im
Traum glaubte ich die Fähigkeit zu haben, nach Belieben in der Zeit rückwärts
gehen zu können. So stand ich in einem Türrahmen und sah Vati zu, der
sich an einem (Schreib)-Tisch gerade belegte Brote zurecht machte und
dann aß. Wir unterhielten uns dabei. Über was, weiß ich leider nicht
mehr. Nur wurde mir bewusst, dass ich im Gespräch nichts andeuten
durfte, dass er in meiner Gegenwart bereits lange tot ist.
Vati
hatte zwar noch seine Halbglatze, doch eine gesunde braune Gesichts- und
Kopffarbe. Ganz typisch für ihn, seine Art sich zu bewegen. Lang
vergessen und dann doch
wieder so vertraut.

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