Träume

Das Gefühl in Träumen, noch ein Kind zu sein  

Fee (Disney)

 

1980

Dieser Traum hat drei Teile die wahrscheinlich zusammenhängen:

 

1.   Ich lag nachts oder abends in einem Zimmer und war wieder einmal überzeugt, in „Marthas“ Wohnung zu sein, obwohl sie keinerlei Ähnlichkeit mit Marthas Wohnung hatte. Mein Bett oder meine Liege stand ungefähr links vom Fenster, das Kopfende muss in Richtung der dem Fenster gegenüber liegenden Tür gewesen sein. Von draußen, irgendwo hinter der Tür, hörte ich Stimmen. Ich wusste, dass dort die Küche lag und sich dort zwei Frauen aufhielten. Kurze Zeit darauf kamen sie herein. Ich sah sie nicht, weil die Tür ja hinter meinem Kopf war. Obwohl ich die Augen geschlossen hatte, sah ich dann das Licht und die Umrisse einer älteren Frau, die um das Bett herumhuschte. Sie war grauhaarig, wohl zierlich, glaube ich. Sie machte einen geschäftigen Eindruck (evtl. summte sie auch leise vor sich hin). Ich spürte dann rechts hinten an meinem Hals einen langen Kuss, nicht kräftig, sondern ein vorsichtiges Lippenaufdrücken.

2.   Dasselbe Zimmer vermutlich: Ich saß, wie es mir schien, hinter dem Kopfende des Bettes auf dem Fußboden – in der typischen Haltung wie oft kleine Kinder auf dem Boden sitzen: kniend, das Gesäß zwischen den Beinen auf dem Boden. Ich schaute gerade in dieser Haltung an mir herunter; zu sehen waren nur meine Knie und meine Oberschenkel und diese steckten in dunkelbraunen langen Hosen, keine Schlafanzughosen.

3.   Wieder lag ich wohl im demselben Zimmer. Dieses Mal schien das Bett aber mehr in der Mitte des Raumes zu stehen, das Kopfende wieder in Richtung Tür. Die beiden Frauen waren ebenfalls wieder anwesend, zumindest glaubte ich das. Ich wünschte sehr, dass sie mal um das Bett herum vor mein Gesicht kämen, um sie zu sehen. Und tatsächlich erschien dann auch ein Gesicht vor dem meinen. Es war eine andere Frau, nicht die Grauhaarige. Diese hier war vielleicht 20 Jahre jünger, so in den 50-ern. Ihr Haar war schwarz, leicht graumeliert, kräftige, ganz schwarze Augenbrauen. Sie sah mich nur sehr ernst an, ohne eine Miene zu verziehen. Ich wartete auf ein Lächeln oder so. Das kam aber nicht und deshalb wusste ich nicht, ob ich mich fürchten sollte oder nicht.

      Der Name „Martha“ scheint allen bisherigen Erfahrungen nach evtl. für zwei Personen zu stehen: Einmal für Martha Guski und einmal für eine uns unbekannte Martha, auch scheint dieser Name manchmal für den Begriff „Mutter“ zu stehen. Deshalb ist es vielleicht zu erklären, dass die o. g. Wohnung nichts mit Martha Guskis Wohnung in Berlin gemeinsam hatte und sie selbst auch nicht anwesend war.

 

 

 

1980

Der erste Teil des Traumes ist heute leider etwas undeutlich in meiner  Erinnerung:

Wieder hatte ich das Gefühl ein Kind zu sein.

Zwei  Zimmer nebeneinander, in der Mitte (Breitseite) durch eine Tür verbunden. Ich sah ungefähr aus der Mitte des rechten Raumes in das gegenüberliegende Zimmer. Dort stand ein Sarg mit einer älteren Frau drin ich sah die Leiche nicht, ich wusste nur, dass dort die „Mutter“ liegt. Davor am Fußende stand ein grauhaariger, ebenfalls älterer Mann in schwarzem Anzug, mein „Vater“. Aus irgendeinem Grunde redete er laufend davon, mit seiner Frau in den Tod gehen zu wollen. Als der Sarg geschlossen werden sollte, griff sich der Mann mit beiden Händen in die Herzgegend und sackte mit in den Sarg hinein - anschließend schloss sich der Deckel, wenn er auch nicht ganz zuging, glaube ich. Mich grauste bei diesem Anblick. Mich beschäftigte auch die Frage, was wäre, wenn der Vater nun doch nicht tot wäre und im Sarg noch lebte; er müsste dann ja ersticken und das auf einer Leiche. Merkwürdiger Weise verspürte ich trotz aller Panik keinerlei Motivation, in das Geschehen einzugreifen. Ich wünschte mir nur brennend, dass die Leute recht bald kämen, die den Sarg abholen sollten. Ich konnte den Anblick dieses Sarges und die Vorstellung, was sich jetzt wohl darin abspielen würde, nicht mehr ertragen. Ich ging zum Fenster, das mehr eine Balkontür war mit einem winzigen Austritt davor. Neben mir stand jetzt wieder mein unsichtbarer Begleiter. Ich befand mich ungefähr im ersten Stock. Schräg links führte schnurgerade eine Art Allee (oder auch nur ein breiter Sandweg) weg. Ich fühlte mich nicht wohl als ich hinaussah, obwohl es nicht sehr hoch war, verspürte ich eine große Höhenangst. Ich wagte es nicht, auf den Austritt hinaus zu treten und hinunter zu schauen. Mein ganzes Streben war, so schnell wie möglich wieder in das Zimmerinnere zu gelangen.

 

1981   

Ich befand mich in einem Haus oder einer Wohnung (offenbar ein Holzhaus in der unteren Etage), in das wir gerade erst eingezogen waren. Es sah alles wenig komfortabel aus, aber auch nicht verwahrlost und ich nahm es durchaus zufrieden hin, künftig in diesem Haus zu  leben. Ich ging durch ein Zimmer, in dem ich offenbar schlafen sollte. Ein Fleck an der Wand, ca. 1 m vom Fußboden entfernt irritierte mich und ich sah mich noch einmal um. Entsetzt stellte ich fest, dass der Fleck eine riesige Spinne war. Weiter fiel mir auf, dass diese Spinne keinen runden sondern einen langgestreckten Körper  (ca. 2,5 cm ) und evtl. sogar noch einen Kopfteil hatte. Die Beine waren gemessen am Körper ziemlich dünn und lang. Ich schrie nach meiner Mutter, die auch gleich kam (leider habe ich diese Frau nicht genau gesehen, d.h. ich nahm sie nur als Schatten  wahr, da ich ja wusste, dass sie es war.

Als die Frau sich der Spinne näherte, rannte diese die Wand hinunter, aus der Tür raus (die Tür war übrigens in der Mitte geteilt, d.h. man konnte den oberen Teil separat öffnen - die Klappe stand auch offen) und über einen schwach erleuchteten Flur in ein gegenüberliegendes Zimmer. Dort erwischte sie meine Mutter. Einen Augenblick lang fürchtete ich, sie könnte das Tier zertreten, aber zu meiner Erleichterung nahm sie es an einem Bein hoch (mich schauderte bei diesem Anblick, trotzdem zollte ich meiner Muter Bewunderung, dass sie das fertig brachte). Als sie mit dem Tier zurück  kam, rief ich ihr entgegen: „Aus dem Fenster, aus dem Fenster“. Daraufhin ging sie rechts in den Flur hinein, wo der helle Lichtschein herkam, vermutlich stammte dieser Lichtschein von einer Glasscheibe in der Haustür.

Kurz darauf lag ich im Bett und betrachtete misstrauisch und prüfend die gelbe Wand neben mir: „Hoffentlich sind hier nicht noch mehr solcher Spinnen. Ich beruhigte mich  dann jedoch selber, dies würde ja wohl nicht jeden Tag vorkommen.

Im Traum kam mir einen Augenblick lang bei dem Begriff „Mutter“ meine jetzige Mutter in den Sinn. Dieser Gedanke war aber gleich wieder weg, da diese Frau sich völlig anders verhielt und auch ihre Umrisse und ihr Auftreten ganz anders waren.

Am Spätnachmittag  des selben Tages, als ich mich etwas hingelegt hatte,, hörte ich in meinem Hirn deutlich eine Stimme sagen „Das mit der Spinne ist Wahrheit“ .

 

1981 

Ich befand mich auf einem Waldgrundstück. Der Besitzer hatte zwei große weißlich-graue Doggen im Zwinger. Den Zwinger selbst habe ich aber nicht konkret gesehen. Von den Hunden hörte man nichts Gutes und deshalb hatte ich auch große Angst vor ihnen. Seitlich des Waldplatzes stand ein großer robuster (Camping-)Tisch in die Erde eingelassen, der aus dicken Holzbalken/Planken bestand. Obenauf ein paar Schippen blaugrauem Sand o.ä.; irgendwann hatte der Besitzer mal erzählt, dass dieser „Sand“ die Doggen vom Tisch abhalten würde. Die Beine und die Querbalken unter dem Tisch waren bereits völlig zersplittert. Der Besitzer wollte nun die Doggen aus dem Zwinger lassen. Ich erschrak und rannte dann los mit dem festen Vorsatz, möglichst viel Raum zwischen mir und dem Zwinger zu bringen, bis der Mann die Tür geöffnet hatte. Der Halter jedoch brüllte mich an, wie ich jetzt weglaufen könne. Ich legte eine langsamere Gangart ein, um auf diese vorsichtige Weise doch noch etwas Distanz zwischen mir und den Hunden zu schaffen, aber auch jetzt brüllte der Besitzer. Ich musste mich also still hinter den Tisch stellen und abwarten. Der Tisch ging mir bis zum Oberkörper, also muss ich wieder ein Kind gewesen sein. Voller Angst beobachtete ich die Tiere wie sie herumstrichen und mich auch von hintern beschnupperten – ich wagte es noch nicht einmal, mich zu ihnen umzudrehen.

 

1981 

Ich ging eine Straße entlang mit flachen, einstöckigen Häusern, glaube ich, deren Stil ich aber nicht erkennen konnte. Die Straßen waren breit und wirkten hell. Ich lief auf der rechten Seite, als vor mir Leute von zwei Männern auf einem Hausdach beschossen wurden (es wirkte wie eine Szene aus einem Wildwestfilm, nur, dass die Männer keine Cowboyhüte trugen, ich kann auch nicht sagen, ob sie überhaupt eine Kopfbedeckung hatten). Das Schießen erschreckte mich nicht besonders, trotzdem schien es mir nach ein paar weiteren Schritten vorwärts ratsamer, nicht direkt in die Schusslinie zu laufen und drehte um. Als ich bereits wieder an der Straßenecke war, erschien auf dem Dach eines Eckhauses ebenfalls ein Mann mit angelegtem Gewehr. Ich saß plötzlich breitbeinig und mit angewinkelten Beinen auf der Erde, hob die Arme, allerdings nur bis zu den Ellenbogen, das erschien mir schon demütigend genug. Eigentlich war es auch nur eine Vorsichtsmaßnahme, Todesangst hatte ich nicht. Der Mann ließ das Gewehr sinken und dann wurde ich angeschrieen, was hier tue, ich solle mich gefälligst davonmachen. Der Größe und dem Befinden nach hatte ich wieder das Gefühl ein Kind zu sein. Das würde auch zu der Reaktion des Schützen passen, der offensichtlich sofort erkannte, dass ich sicherlich nicht zu seinen „Feinden“, welcher Art auch immer, gehörte. Ich ging dann relativ gemessen und etwas im Stolz verletzt,  aber auch etwas ängstlicher als zuvor und mich gleichzeitig über meine Ängstlichkeit ärgernd, die Straße weiter zurück.

Alles sah sehr nach dem amerikanischen Westen in früherer Zeit aus. Entweder habe ich dort wirklich einmal gelebt oder ich war als Tourist dort (vielleicht in Tucson) und platzte, neugierig wie Kinder sind, in Filmaufnahmen hinein. Diese Träume könnten „Erinnerungen“ sein.

 

1981

Folgende zwei Abschnitt gehören vielleicht zusammen, vielleicht handelt es sich aber auch um zwei völlig verschiedene Szenen, die ich nur hintereinander erlebt habe:

1.   Ich glaubte in San Franzisko zu sein. Dort befand ich mich mit noch einer Person – leider weiß ich jetzt nicht mehr wer es war, doch in der Szene war es mir völlig klar – vielleicht auf dem Fenstersims eines Gebäudes oder im Gestänge einer Brücke o. ä. hockend. Etwa in der Höhe einer zweiten Hausetage. Rechts unter uns befanden sich Bahnschienen auf denen ein Güterzug stand. Neben dem Bahndamm standen einige Leute herum und schauten auf den Zug, trotz des kalten, nebligen und regnerischen Wetters. Vom Zug sprangen, fast wie auf Kommando, einige Männer herunter. Teils blieben sie so wie sie aufkamen auf der Böschung stehen, teils legten sie sich flach an den Hang. Oben auf dem Zug schienen ebenfalls noch Leute zu sein, die offenbar die Kommandos gaben. Alles wirkte wie die Probe einer Filmszene für einen Krimi oder Wildwestfilm, während man auf besseres Wetter zum Drehen wartete. Genau konnte ich das aber nicht sehen, weil vorbeiziehende Nebelschwaden die Sicht versperrten. Unter unserem Aussichtsposten stand nun eine schlanke Frau so zwischen 45 und 55 Jahre alt. Sie fragte zu uns heraufrufend, ob wir etwas Zeit hätten. Es war wohl schon kurz vor 8 Uhr morgens und ich war neugierig was weiter geschehen würde. Ich wollte noch nicht weg, deshalb beugte ich mich vor und rief sinngemäß: „Ja, so etwa bis ½ 9, spätestens bis 9 Uhr!“.

2.    Nun schien die Sonne und ich befand mich zwischen einigen Menschen. Von irgendjemand bekam ich fünf runde Perlen in die Hand gesteckt. Ein anderes Kind sagte mir, dass ich diese essen solle. Empört erwiderte ich nichts einzunehmen, was mir wildfremde Menschen geben. Wegwerfen wollte ich die Pillen aber auch nicht, also trug ich sie in meiner von der Wärme etwas feuchten linken Hand. Kurz danach stand ich vor einem älteren Mann, der auf dem Straßenpflaster auf einem Stuhl oder Hocker saß. Rings um ihn herum hatte er in Säcken, Kisten und kleinen Auslagen Waren zum Verkauf ausgelegt. Aus einem Sack fischte ich ein durchsichtiges Gebilde, wie glasartiges Plastik. Die Form weiß ich nicht genau. Ich weiß nur noch, dass ich es genommen habe, weil es oben aussah wie ein kleines rechteckiges Kästchen ohne Deckel. Erleichtert strich ich meine inzwischen in der Handfläche klebenden Pillen hinein und fragte den Mann, was das Ding kostet. Es konnte meiner Meinung nach nicht teuer sein. Dies war wohl auch so und konnte ohne Schwierigkeiten von mir bezahlt werden. Es kostete 70 oder 20 oder 170 oder 120 Rappen.

 

1981

Von diesem Traum kann ich nur einzelne Szenen wiedergeben, weil ich mich an den Gesamtzusammenhang nicht mehr erinnern kann; ebenso geht es mir mit dem tieferen Sinn der Szenen, der mir aber während des Traumes total klar war:

1.    Es ging um ein bestimmtes Haus und Grundstück vor dem es mich ausgesprochen graute - ich hatte regelrechte Todesangst davor. Die Leute, die gegenüber von diesem Grundstück wohnten, bewunderte ich insgeheim, dass sie es in so unmittelbarer Nachbarschaft von diesem Haus aushalten konnten. Es ergab sich, dass ich in diesem Haus einen Paternoster besteigen musste und ich hatte besonders beim Hinunterfahren Angst vor dem Keller. Doch der Paternoster fuhr durch diesen hindurch, ohne dass etwas passierte.

2.   Nun befand ich mich in einem Haus älterer Bauart und schien dort Zuhause zu sein. Es kamen 4 Menschen zu Besuch. Ein Mann mittleren Alters, in diesem Traum eventuell ein Onkel von mir, ruhte sich auf einer Liege, die an der Wand stand, aus. Ich kniete hinter ihm auf dem Fußboden und hatte, glaube ich, die Arme auf das Kopfende gestützt oder sogar dem Mann um den Hals gelegt. Mit meiner rechten Wange war ich an der linken Wange des Mannes. Dieser sagte unter anderem, dass er als erstes etwas Abschließbares haben müsse. Ich wies auf sein Fußende, wo eine kleine alte Kommode leer und mit offenen Türen stand. Etwas anderes fiel mir nicht ein. Die kleine Kommode schien auch erst einmal zu reichen.

3.   Ich stand halb angezogen in „meinem“ Zimmer, das ich wohl für den Besuch räumen sollte, als ein uraltes dünnes Männchen mit einer Quäkstimme hereinkam und nach seinem Zimmer verlangte. Ich drehte ihm den Rücken zu, kleidete mich hastig an und überließ ihm dann den Raum. Im Traum wusste ich genau, wer dieser komische alte Mann war.

4.    Als nächstes stand ich in einem großen halbdunklen (Boden)raum, wo eine ältere, große und schlanke Frau damit beschäftigt war, zwei Betten zum Schlafen zurecht zu machen. ich wusste, dass unter diesen Bezügen schon kurz jemand geschlafen hatte und war mir nicht ganz klar darüber, ob ich die Frau darauf aufmerksam machen sollte. Vorsichtig beguckte ich die Bettwäsche, mehrere Pastellfarben in kleinen, etwa 1,5 bis 2 cm großen Karos, und war dann der Meinung, dass es nicht sehen wäre. In Gedanken zählte ich Personen und Schlafgelegenheiten. Dann stellte ich zufrieden fest, es würde reichen.

5.    Wohl in demselben Raum wie zuvor stand der Mann von vorhin auf einer Leiter und hantierte oben an der Wand an einem dunklen Vorhang herum. Ich stand hinter der Leiter und wunderte mich einmal wieder, dass er noch so jung aussieht und vermutete dann den Sohn vor mir zu haben. Wessen Sohn? Diese Gedanken verschwanden wieder und ich wusste scheinbar genau, wer er war. Er kündigte an, dass wir jetzt gleich etwas ganz Schönes zu sehen bekämen und klappte oder zog den Vorgang irgendwie zur Seite. Sichtbar wurde eine große dunkle Panoramascheibe, wie schwarzes Glas. Wir gingen ganz dicht heran bis wir mit unserer Stirn fast dagegen stießen, und starrten hindurch. Ich sah einen weiten gepflasterten Platz, der durch die Scheibe aussah, als stünde er in vollem Mondschein. Alles war ebenerdig, also in gleicher Höhe mit unserem Zimmerfußboden. Auf dem Platz  verteilt standen wunderschöne Bauten und auch ein sehr schönes kirchenähnliches Gebäude. Der Platz schien menschenleer zu sein, nur eine junge Frau mit schulterlangem blonden Haar stand dicht an der Scheibe auf der anderen Seite. Sie trat nun auch dichter heran und versuchte ihrerseits durch die Scheibe zu uns zu blicken. Als sie dann unsere Gesichter bemerkte, lachte sie und wir alle mit. Dies alles ging total lautlos vor sich.

6.   Wir befanden uns wohl auf einem Spaziergang in einem Wald bei einem großen Wildgehege, wo auch exotische Tiere wie Antilopen und Lamas herumliefen. Wir, vermutlich wir Kinder? Plötzlich stellte ich fest, dass ich mich innerhalb des Geheges befand und mich von den anderen hinter dem Zaun ein großer Weisenstreifen trennte. Die Tiere weideten um mich herum. Ein sehr großes rindähnliches, weiß-beigefarbenes Tier rannte mit gesenktem Kopf los - Gott sei dank in eine andere Richtung. Dann nahm es wieder Anlauf und ich fürchtete, es könnte auf mich zurennen und überlegte, ob ich den Aufprall mit meinen Händen abfangen könnte (!). Doch wieder war nicht ich das Ziel des Angriffs. Bald darauf stand ich an einem kleinen Graben und wollte hinüberspringen, als ich bemerkte, dass das Ufer mit großblättrigen Pflanzen, wie Gummibaumblätter, bewachsen war. Dies Blätter hatten große Distelstacheln. Ich suchte mir also eine Stelle aus, wo die Pflanzen nicht ganz so dicht wuchsen und sprang. Ich schaffte es auch gut, doch das letzte Schrittchen über den Grabenrand ging nicht mehr, weil die merkwürdigen Disteln sich in meiner Kleidung in der Hüftgegend verfangen hatten. Ich bat jemanden, ich wusste auch wen, auf der anderen Seite, mich zu ziehen und streckte meine Hand vor. So konnte ich den letzten Schritt ohne Schwierigkeiten tun. Dann dreht ich mich um, reichte einer weiteren Person, die hinter mir kommen wollte, die Hand, um zu helfen. Mit Schwung zog ich diesen Menschen über den Graben. Dabei stellte ich verwundert fest, dass ich auch noch ein etwa 1 qm großes Stück Mauer aus grauen Steinen, das mit einem Gurt o. ä. umwickelt war, mitgezogen hatte.

7.   Meine Kleidung und meine Haare waren völlig nass und sandig. Wir wollten jetzt irgendwo mit den Erwachsenen zusammentreffen und da war mir mein Zustand etwas peinlich. Bereits im Traum wunderte ich mich darüber, dass ich völlig nass war, obwohl ich doch in den Graben überhaupt nicht hineingefallen war. Doch gleich darauf war mir die Ursache meines Zustands wieder völlig bewusst. Ich frage meine Begleiter, ob jemand vielleicht einen Kamm dabei hätte. Ich dachte mir, vielleicht sehe ich nicht ganz so wüst aus, wenn ich wenigstens gekämmt bin. Der Kamm wurde mir gereicht und ich sah bei meinem Kämmversuchen in eine dunkle Glasscheibe vor mir. Und wieder wunderte ich mich, denn ich fand mein Haar irgendwie zu dunkel, beruhigte mich aber selber mit der Begründung, dass ja nass seien. Gleich darauf fand ich meine roten Haare wieder völlig normal. Die Frisur ließ sich nicht genau feststellen, auf jeden Fall kurz, bis zu den Ohren oder etwas dahinter. Mühsam versuchte ich mit dem Kamm durch die nassen und versandeten Haare zu gehen und bildete mir dann ein, ordentlich auszusehen.

8.    „Wir“ standen in einem Laden in dem eine Menge kleiner Dinge herumlagen. Geschenk- oder Andenken-Laden, vermute ich. Von der Decke hingen handgewebte Tücher und Teppiche, die schon sehr alt und gebraucht gewesen sein müssen und deshalb ihren Wert hatten. Ich stellte nur kurz fest, dass wohl alte Flecken nicht ganz herausgewaschen waren und langweilte mich im übrigen in diesem Laden sehr. Ich wünschte, die anderen würden sich etwas beeilen, damit wir endlich zu den „Erwachsenen“ kämen.

 

1981

Ich lag im linken Ehebett eines Schlafzimmers. Ich hatte viel Platz im Bett, das heißt ich muss kleiner gewesen sein als jetzt. Mir war, als hörte ich es an der Haustür läuten und fragte auch, ob es eben geklingelt hätte. Eine Frau, die ich leider nur wieder schemenhaft gesehen habe, von der ich aber genau wusste, wer sie war, ging öffnen. Irgendjemand sagte, es sei für mich und ich hatte den Eindruck, ausgesprochen wurde es nicht, dass Herr ... (!?) zu mir wollte. Einen Augenblick dachte ich, man wird ihn doch nicht hierher ins Schlafzimmer führen, doch dann war dieser Gedanke auch gleich wieder weg. Die Frau kam zurück und sagte scherzhaft oder ironisch, dass dieser Besucher ja gefährlich aussähe mit seinen Boxhandschuhen. Wohl ohne Worte fragte ich oder vielleicht war es auch jemand anderes, ob er die denn anhätte, worauf die Frau entgegnete, er würde sie im Arm tragen. Irgendwie klang auch an, als wenn es zwei wären – Boxhandschuhe? Personen? Dieser Jemand trat ins Zimmer, d. h. ich sah ihn nicht richtig, sondern spürte seine Anwesenheit mehr. Ich wollte mich aufrichten, aber das ging nicht so einfach. Auf mir herum turnte ein ca. 2-3-jähriges Kind, evtl. Junge, und stürzte sich, immer wenn ich die Decke beiseite geschoben hatte, wieder mit Wonne auf mich. Ich lag auf der linken Seite mit Blick zur Tür. Hauptsächlich war also meine rechte Schulter den Angriffen des Kindes ausgesetzt. Stöhnend versuchte ich mich von diesem kleinen Quälgeist zu befreien, um mich meinem Besucher zu widmen.

In diesem Augenblick sagte Margot zu mir, ob ich nicht schon aufstehen wolle und ich wachte richtig auf.

 

1981   

Ich kam mit einigen Menschen in eine Hütte, die offensichtlich den Winter über nicht bewohnt war. Alles war dunkel, selbst das Etagenbett an der Wand. Die Betten müssen wohl noch unbezogen gewesen sein. Zuerst dachte ich, sie wären voller Kohlenstaub, aber der "Schmutz" färbte nicht ab. Ein alter Mann, wohlbeleibt, untersetzt, mindestens 70 Jahre alt, saß auf einem Stuhl und schien etwas erschöpft zu sein (evtl. von einem längeren Anmarsch?). Um ihn und mir herum bemühten sich die anderen Erwachsenen (?) Wärme in den Raum zu bekommen und heizten tüchtig ein. Ich bemerkte naseweis, die Kälte sei ja kein Wunder, denn die Hütte sei ja den ganzen Winter über nicht bewohnt gewesen und so wäre sie total ausgekühlt. Dem alten Mann gegenüber spürte ich eine ausgesprochene Wärme und Sympathie; umgekehrt schien es ebenso zu sein; offensichtlich sollte ich mit ihm dort auf der Hütte einige Zeit bleiben und er freute sich ebenso darauf wie ich. Ich hörte wie er mich mit „Rudi“ anredete. Zwischendurch turnte ich auf dem dunklen Etagenbett oben herum. Die Hütte war nun endlich warm geworden. Ich sah meine schwarzen Röhrenhosenbeine baumeln, ich war barfuß, hatte aber total saubere Kinderfüße.

Auffällig war hier das starke Gefühl, dass ich dem Mann entgegenbrachte. Merkwürdigerweise auch jetzt noch, in der Rückerinnerung an diese Szene, empfinde ich so etwas wie Sehnsucht nach diesem alten Mann, obwohl ich ihn gar nicht kenne.

 

1982

In einem großen Raum stand eine gedeckte Kaffeetafel mit vielen Menschen. Ich lümmelte mich hinter den Leuten auf einer Couch an der Wand. Rechts neben mir befand sich der Eingang mit einer Vordiele, die durch das erleuchtete Zimmer Licht bekam. Von dort kam nun ein Mann (?) und sagte die „Heidelberger“ Sängerknaben an. Ich wunderte mich etwas darüber, dass hier ein ganzer Chor auftreten sollte und war zugleich auch ein wenig stolz. Herein kam ein Minigrüppchen von Kindern im Alter von 6 bis 9 Jahren. Eines davon fiel mir besonders auf, es stand gleich vorn und lächelte leicht – es schien mir aber doch mehr ein Mädchen zu sein. Es war blond, hatte ganz leicht gewellte Haare bis kurz unter die Ohren, Pagenfrisur, ein etwas breiteres Gesicht mit hellen Augen. Bekleidet war er/sie mit einem graublauen Strickpullover, eng und lang, in der Mitte einen Gürtel oder eine Kordel. Sie sangen ein paar Noten unkoordiniert, hörten gleich wieder auf und kamen zu mir auf die Couch (zum Kuchen essen, nehme ich an). Ich hatte das Gefühl, als wenn aus mir heraus auch ein Junge stieg und sich zu den Übrigen setzte. Nach einer Weile waren alle wieder weg, ich sah nur noch Kuchenteller und auf einem war noch ein Rest Apfelkuchen mit sehr viel stückigem Apfelmus und Rosinen.

 

 

 

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